Konrad Zuse
(1910–1995)

Konrad Zuse war der einzige Sohn des deutschen Postbeamtens Emil Wilhelm Albert Zuse und seiner Ehefrau Maria Zuse. Geboren wurde er am 22. Juni 1910 in Berlin.

Die beiden hatten neben Konrad Zuse noch zwei ältere Töchter. Als Kind und Jugendlicher zog der spätere Erfinder einige Male um. Seine Eltern gelten als außerordentlich tolerant und fördernd im Bezug auf die früh bemerkbaren Interessen ihres Sohnes.

Während des Krieges lernte Zuse seine spätere Ehefrau Gisela kennen und heiratete sie. Nachdem er ein Arbeitsangebot der Nationalsozialsiten ablehnte, flüchtete das junge Ehepaar ins Allgäu.

Dort wurde sein ältester Sohn Horst geboren, der ebenfalls Informatiker wurde und bis heute über seinen Vater spricht. Zuse starb am 18. Dezember 1995 in Hünefeld.

Karriere

Bereits früh entwickelte er eine Leidenschaft für Automaten und Technik. Als Junge fängt er schon an zu tüfteln.

Zuse schloss sein Abitur mit siebzehn Jahren in Hoyerswerda ab und begann in Berlin an der Hochschule Berlin-Charlottenburg zu studieren. Angefangen mit Maschinenbau und Architektur, bevor er schließlich bei Bauingenieurwesen verblieb. Auch sein Diplom erwirbt er als Bauingenieur.

Nachdem er seinen Abschluss 1934 in der Tasche hatte, begann er für die Firma Henschel-Flugzeugwerke zu arbeiten. Allerdings gab er diese Arbeit bereits ein Jahr später auf und widmete sich dem Erfinden.

Im Wohnzimmer seiner Eltern fing Zuse in den Jahren 1936 bis 1938 an, an seiner Vision einer programmierbaren Rechenmaschine. Dies gelang ihm mit der fehleranfälligen Z1.

Überzeugt davon die Maschine weiter zu entwickeln, begann er mit Telefonrelais zu arbeiten. Erst enwickelte er die Z2. Dann, diesmal vollständig mit Relais, baute er die Z3, die erste Rechenmaschine, die auf de, Binärsystem basierte, programmierfähig war und in der Lage, Zwischenergebnisse zu speichern.

Bereits ein Jahr vor Erfindung des Z3 1941 gründete er die Firma Zuse Apparatbau, mit der er das Patent für die Z3 anmeldete. Allerdings erhielt er das Patent aufgrund der Kriegswirren nicht. Durch die Bombardierungen blieb von der Z3 nur eine Zeichnung übrig.

Nach dem Krieg entwickelte Zuse das Plankül, eine der ersteh höheren Programmiersprachen. 1949 gründete er die Firm Zuse KG, mit welcher er die Z4, seinen neuesten Computer, vertrieb.

1950 meldete er erneut eine Rechenmaschine zum Patent an, welches er fünf Jahre später erhielt. Im selben Jahr ging diese Rechenmaschine, die Z11, in Serienanfertigung.

In den folgenden Jahren entwickelte die Firma die Rechenmaschinen immer weiter. Bis zum Jahr 1967 stellte die Firma 251 Computer her. Dann wurde sie schließlich verkauft und Zuse widmete sich seiner anderen großen Leidenschaft, der Malerei.

Auswirkung seiner Arbeit

Da Zuse deutscher Unternehmer während des Nationalsozialismus war, sind seine Aktivitäten in den 1940er Jahren umstritten. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, dass er unter anderem an der Entwicklung von Bomben und Programmen zur Rassenforschung gearbeitet hat. Seine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten begründet er mit der Kooperationsnotwendigkeit.

Trotz der Kontroversen um staatliche Förderung im dritten Reich, ist es weitesgehend unbestritten, dass Zuse der Begründer der deutschen Computerindustrie war.

Auch nach dem Antritt seines Ruhestandes beschäftigte sich Zuse zeitlebens mit Technik und Erfindungen. Etwa mit ersten groben Ideen zur Möglichkeit einer KI oder mit der Funktionalität einer Windkraftanlage.

Konrad Zuse

Bildquelle: Konrad Zuse

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